Gleichgewicht bringt’s!

Die Erkenntnisse von Pädagogen und Medizinern sind eindeutig: Hessische Schülerinnen und Schüler sind immer häufiger von Gleichgewichtsschwierigkeiten betroffen – mit ganz konkreten Auswirkungen auf ihre Zensuren. Schulnoten haben demnach nicht nur mit den Wahrnehmungsbereichen Hören und Sehen, sondern im besonderen Maße auch etwas mit dem Gleichgewicht zu tun.

Studien (zuletzt: Schnecke: Bildung braucht Gesundheit) belegen zudem, dass ein regelmäßiges Training des Gleichgewichts, das in den täglichen Unterricht räumlich, zeitlich und personell ohne zusätzlichen Aufwand integriert wird, Leistungssteigerungen z.B. in Deutsch und Mathematik bewirkt und die Lernfreude steigert. Deshalb gibt es unter der Überschrift „Bildung kommt ins Gleichgewicht. Bewegungs- und Gleichgewichtsprogramm nach Dorothea Beigel®“ verschiedene Praxisprogramme für den täglichen Schulalltag bzw. für Kindergärten und Kindertagesstätten. Der besondere Clou: Sowohl die AOK Hessen als auch das Hessische Kultusministerium unterstützen die Fortbildungen für Lehrer und Erzieher. Die AOK-Gesundheitskasse hat ihren Zuschuss noch einmal erhöht: Statt wie bisher 350 Euro übernimmt sie nun 100 % der Fortbildungskosten zuzüglich aller Materialien. 

Auch an der Friedrich-List-Schule wird das Programm seit September 2016 umgesetzt. Konkret werden in drei Klassen der Berufsfachschule für Wirtschaft sowie der zweijährigen höheren Berufsfachschule für Informationsverarbeitung regelmäßig im Schulalltag Gleichgewichtsübungen durchgeführt. „Auch wenn die langfristigen Wirkungen auf die Gesundheit und die schulischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler noch nicht messbar sind, fördern die Übungen schon jetzt im Unterrichtsalltag eine konzentriertere Arbeitsatmosphäre“, so die Aussage von Klassenlehrer Andreas Ide. Die Klassenlehrerin Heike Hilbig erklärt: Seit einem knappen Jahr führt die Klasse B 2 b mit Unterstützung der Lehrer und Lehrerinnen das Programm "Bildung kommt ins Gleichgewicht" durch. Im Laufe des Jahres hat sich gezeigt, wie wichtig das kontinuierliche Üben der fünf unterschiedlichen Gleichgewichtsübungen ist. Geübt wird in jeder Stunde, sofern Schüler und Lehrer daran denken. Nach der ersten Stufe, das korrekte Ausführen der Gleichgewichtsübungen, erfolgte die zweite Stufe - das Durchführen der Gleichgewichtsübungen mit geschlossenen Augen. In der dritten Stufe kommt ein wackliger Untergrund – durch den Einsatz eines Kissens - dazu. Einige Schüler sind bereits in der dritten Stufe. Die Kissen bringen zusätzlich Motivation. Einige Schüler sehen noch keinen Effekt, einige Schüler fühlen sich im Gleichgewicht geschulter und merken dies in der Freizeit bei ihren Sportaktivitäten. Ein Schüler musste im Sommer eine Nachprüfung in Mathematik absolvieren und meinte, dass er sich gut konzentrierte konnte - vielleicht durch die Gleichgewichtsübungen? Ich selber merke bei jeder Übung, wie mein "Gleichgewichtssinn "angetriggert" wird und unterstützen gerne weiter das Projekt.