Justizfachangestellte / Justizfachangestellter

Berufsbild

Der Die Justizfachangestellten arbeiten meistens bei Staatsanwaltschaften und bei Zoll-, Straf- und Zivilgerichten. Außerdem können sie in Rechtsanwaltskanzleien oder bei Notariaten eine Anstellung finden.
Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahr und findet im Einzugsbereich der Friedrich-List-Schule hauptsächlich beim Amtsgericht Kassel und dem Bundessozialgericht statt.

Tätigkeiten

Sie erledigen Büro- und Verwaltungstätigkeiten, die bei Gericht anfallen. Justizfachangestellte verwalten Akten zu gerichtlichen Vorgängen, insbesondere berechnen, vermerken und überwachen sie Fristen. Ebenso beaufsichtigen und erledigen sie den Schriftverkehr und nehmen Eintragungen in Dateien und Karteien vor, z.B. in das Grundbuch oder das Handelsregister. Sie fertigen Schriftstücke an und beglaubigen diese. Außerdem führen sie in Verhandlungen und bei Vernehmungen das Protokoll. Sie berechnen Gebühren für Gerichtsverfahren und verfolgen die Zahlungsvorgänge. In Service-Einheiten beraten sie Bürger.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildungsdauer beträgt 3 Jahre. In bestimmten Fällen ist eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich.

Prüfungen

Eine schriftliche Zwischenprüfung wird im 2. Ausbildungsjahr durchgeführt. Die Abschlussprüfung findet am Ende der Ausbildung statt.Sie besteht aus einer schriftlichen Prüfung in vier Lernbereichen und einer praktischen Prüfung. Die praktische Prüfung findet in Form eines Rollenspiels statt und simuliert ein Beratungsgespräch.

Unterricht

Der Unterricht findet, in Abstimmung mit dem Amtsgericht an zwei Berufsschultagen pro Woche statt. Wichtige Inhalte des Berufsschulunterrichtes sind:

  • Eintritt in das Berufsleben
  • Beschäftigung im öffentlichen Dienst
  • Wirtschaftliches Handeln im öffentlichen Dienst und in der Gesellschaft
  • Rechtliches Handeln in Beruf und Gesellschaft
  • Mitwirkung in Strafverfahren
  • Mitwirkung in Mahnverfahren und bei der Vorbereitung des Klageverfahrens
  • Mitwirkung in Zivilverfahren einschließlich Zwangsvollstreckung
  • Mitwirkung in familienrechtlichen Angelegenheiten
  • Mitwirkung in Erbschaftsangelegenheiten
  • Mitwirkung in Grundbuchangelegenheiten
  • Rechnergestützte Textverarbeitung
  • Textgestaltung und Textautomation


Besonderheiten

Im allgemeinbildenden Bereich wird im ersten Ausbildungsjahr Deutsch unterrichtet. Ab dem 2. Ausbildungsjahr wird statt Deutsch berufsbezogenes Englisch unterrichtet. Am Ende der Ausbildung kann ein berufsbezogenes Fremdsprachenzertifikat mit dem Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung an der Schule erworben werden.
Als Wahlpflichtunterricht wird die kaufmännische Buchführung unterrichtet, um den Übergang in eine betriebliche Tätigkeit zu ermöglichen.
Im Bereich Datenverarbeitung ist der Erwerb des Europäischen Computerführerscheins möglich.
Auszubildende mit einem Mittleren Bildungsabschluss oder der Versetzung in die Einführungsphase einer Oberstufe können parallel zur Ausbildung die Allgemeine Fachhochschulreife erwerben, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Der notwendige Zusatzunterricht findet an der Friedrich-List-Schule oder der Oskar-von-Miller-Schule in Kassel statt.