Kooperationsprojekt "Internet of Things" lässt Schülerinnen und Schüler zu kleinen Programmierern werden

Tom Sohl und Tim Hohl beim Testen der Pumpe.

Zukunft, Zukunft – Informatikfachkräfte werden nach wie vor händeringend gesucht. Außerdem tragen Trendthemen, wie „Digitale Transformation“, „Industrie 4.0“ und „Cloud Computing“, die momentan in vielen Unternehmen noch in der Konzeptphase stecken, dazu bei, dass die Nachfrage in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird.
 
Ob ein Informatikstudium das Richtige für die eigene Zukunft ist, konnten interessierte Schülerinnen und Schüler aus unserer Einführungs- und Qualifikationsphase im Rahmen des einwöchigen Projekts „Internet of Things“ an der Uni Kassel sowohl theoretisch als auch praktisch prüfen. Im Vorfeld hatte ein Team vom Fachbereich „Elektrotechnik/Informatik“ unter Berücksichtigung der Vorkenntnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv an der Projektvorbereitung und dessen Umsetzung getüftelt. Das Ziel: die Erstellung einer App gesteuerten Blumengießanlage. In fünf akribisch vorbereiteten Modulen, in denen Theorie und Praxis sinnvoll verzahnt wurden, ging es sukzessive voran: Nach der Vorstellung der Agenda, folgte zunächst die Vermittlung elektrotechnischer Grundlagen. Im sich anschließenden Lötworkshop wurde es dann praktisch. Hier stand jedem Schüler eine eigene Lötstation zur Verfügung. Um zu testen, wie sich das Lötzinn verhält, wurden zur Übung zunächst 3D-Pyramiden gelötet. Im Anschluss erhielten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein geheimnisvolles Päckchen. Es enthielt jeweils die notwendigen Bauteile zur Umsetzung der Blumengieß-Schaltung.
 
Nach der gemeinsamen Sichtung und Besprechung der Bauteile erfolgte schließlich die Umsetzung gemäß Schaltplan auf der Platine. Der Lötworkshop bereitete den Jugendlichen besonders viel Freude. Mit der Software „Fusion“ erstellten sie anschließend die Gehäuse für ihre Platinen, die im Verlauf der Woche mit 3D-Drucker gedruckt wurden. Im nächsten Schritt wurde es theoretisch: Die Grundlagen der Programmierung wurden vermittelt. Nach einer frontalen Phase setzten sich die Schüler mit den Befehlen im Rahmen von kleinen Aufgaben auseinander, wie beispielsweise: „Bringe die gelbe LED zum Leuchten“. Hier hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viel Raum, um sich auszuprobieren, erhielten aber – wie in allen anderen Phasen auch – tatkräftige Unterstützung durch die wissenschaftlichen Hilfskräfte und Mitarbeiter. Angesteuert wurde die Platine mit Pumpe und LED über eine eigens programmierte Website. Hier rauchten nicht selten die Köpfe. Da es nicht immer einfach nachzuvollziehen war, warum eine LED trotz Befehl nicht leuchtete oder die Pumpe nicht pumpte, wurden die Codes gemeinsam besprochen.
 
Am Ende des Workshops hielten alle Schülerinnen und Schüler stolz das Gehäuse ihrer Blumengießanlage in den Händen und blickten auf eine lehrreiche Woche zurück. „Für mich war es sehr spannend, einen Einblick in die Programmierung zu bekommen. Zur Orientierung war das Projekt für mich sehr hilfreich. Das Informatikstudium ist aber eher nichts für mich“, so ein Teilnehmer des Projekts. Weiter berichtet eine Schülerin: „Die Mitarbeiter des Fachbereichs haben sich so viel Mühe gegeben. Sie haben für uns die Päckchen gepackt, alles organisiert, standen immer bei Rückfragen zur Verfügung und haben uns geholfen, wo sie nur konnten. Das Löten hat echt viel Spaß gemacht, aber das Programmieren hat sich sehr gezogen. Da muss man der Typ für sein, tüfteln wollen. Aber für mich war das Projekt dennoch eine tolle Erfahrung.“
 
Die Idee zum Projekt hatte unser Kollege Jens Kümmel vor rund zwei Jahren. Er fand mit Prof. Dr. Zipf und Dr. Hundeshagen des Fachbereichs "Elektrotechnik/Informatik" zwei interessierte Zuhörer und Mitstreiter. In diesem Jahr fand das Kooperationsprojekt vom 21. bis 25. Januar statt. Es handelte sich um den zweiten Durchlauf. Ein herzlicher Dank geht an die Studenten, Janos Föth und Max Lindemann, sowie die Mitarbeiter Cristoph Eickhoff, Martin Hardieck, Dr. Norbert Hundeshagen und Dr. Marc Selig der Uni Kassel, die das Projekt ermöglicht haben.